Zahnersatz

Zahn-Implantologie420Als Zahnersatz bezeichnet man künstliche Zähne, die entweder vollständig oder teilweise das natürliche menschliche Gebiss ersetzen. Der allgemeine Sprachgebrauch klassifiziert den vollständigen Ersatz eines Gebisses als „Dritte Zähne“, denn jeder Mensch verfügt im Laufe seines Lebens über zwei Arten von natürlichen Zähnen: Milchzähne bis etwa zum 13. Lebensjahr (sie werden ab dem sechsten Lebensjahr ersetzt) und die zweiten, regelmäßigen Zähne, die laut genetischem Programm etwa bis zum 50. Lebensjahr halten sollen. Natürlich fallen sie dann nicht komplett aus, jedoch sollten sich alle Menschen etwa ab Mitte 40 auf die Notwendigkeit von Zahnersatz einstellen. Das zweite natürliche Gebiss besteht aus 32 Zähnen inklusive der vier Weisheitszähne.

Notwendigkeit von Zahnersatz und Kostenübernahme durch die GKV

Wenn zweite Zähne entfernt werden müssen oder vollständig ausfallen, lassen sie sich durch Zahnersatz substituieren. Sie übernehmen dann die vollständige Funktion von natürlichen Zähnen, die Nahrungsaufnahme ist ebenso wie mit natürlichen Zähnen ohne Funktionsstörungen möglich. Auch ästhetische Faktoren sprechen dafür, an Zahnersatz zu denken, wenn schon mehrere Zähne fehlen. Hinsichtlich der Kostenübernahme können gesetzlich versicherte Patienten mit der Regelversorgung durch die GKV rechnen, die bei medizinischer Notwendigkeit einen Festzuschuss bis maximal 65 Prozent gewährt, dabei aber moderne Implantatlösungen nicht erstattet. Vielmehr werden nur die aus zahnmedizinischer Sicht zweitklassigen Brückenlösungen oder Prothesenlösung bezuschusst. Eine bessere Versorgung kommt Privatversicherten mit ausreichender Police oder gesetzlich Versicherten mit Zahnzusatzversicherung zugute, die Kostenübernahme kann je nach Tarif zwischen 70 bis sogar 100 Prozent liegen. Auch Implantatlösungen werden dann erstattet.

Arten von Zahnersatz

Grundsätzlich gibt es Prothesen, Brücken, Zahnkronen, Veneers und Zahnimplantate. Die speziellen Zahnbrücken (Teilprothesen) werden bei kleineren Zahnlücken angewendet. Sie funktionieren nur mit maximaler Stabilität, wenn rechts und links von der Lücke natürliche Zähne vorhanden sind.

  • Zahnimplantate: Mit einem Zahnimplantat kann ein einzelner Zahn ersetzt werden. Das Implantat wird in den Kieferknochen eingebracht und bildet die künstliche Zahnwurzel nach. Es besteht in der Regel aus widerstandsfähigem Titan, das mit dem biologischen Gewebe voll kompatibel und daher in den meisten Fällen äußerst gesundheitsverträglich ist. Für die Patienten, die eine Titanunverträglichkeit haben, wählen wir dann keramische Implantate. Nachdem ein Implantat eingeschraubt wurde, heilt die Wunde ab, anschließend wird ein Kunstzahn aufgesetzt. Der Kieferknochen hält die entsprechende Belastung sehr gut aus und degeneriert nicht weiter, wie das sonst bei einem Zahnverlust der Fall ist.
  • Zahnprothesen: Die Zahnprothese ist ein herausnehmbarer Ersatz, den es als Teil- oder Totalprothese gibt. Schon eine Teilprothese kann mehrere Zähne in beiden Kiefern (Ober- und Unterkiefer) ersetzen. Wenn ein Patient eine Totalprothese benötigt, ersetzt diese komplett alle Zahnbereiche, ein eher seltener Fall, der nur durch gravierende Kiefer- oder Zahnkrankheiten mit vollständigem Zahnverlust auftritt. Es ist zu beachten, dass eine Zahnprothese der regelmäßigen Kontrolle durch einen Zahnarzt bedarf. Er muss die Prothese von Zeit zu Zeit neu unterfüttern, damit sich die Zahnknochen nicht durch die Bewegung der Prothese abbauen.
  • Veneers: Hierbei handelt es sich um Keramik-Halbschalen, die als Zahnersatz auf die Zahnoberfläche aufgeklebt werden. Ein Veneer korrigiert Fehlstellungen, Zahnlücken und Verfärbungen, es wird vorwiegend zu ästhetischen Zwecken eingesetzt. Der funktionelle Zweck fällt eher begrenzt aus, doch viele Menschen wählen Veneers im vorderen Gebiss wegen des wesentlich verbesserten Zahnbildes.
  • Zahnkronen: Wenn einzelne Zähne zwar beschädigt, aber in ihrer Substanz noch gesund sind, können Zahnkronen als adäquater Zahnersatz verwendet werden. Auch sie übernehmen ästhetische Zwecke, sehr bekannt sind die in früheren Jahren gern verwendeten Goldkronen. Sie dienen aber ebenso dem funktionellen Erhalt des Gebisses. Heutzutage kommen immer noch Goldkronen (eher aus Weißgoldlegierungen), häufiger aber Kunststoffe und Keramik zum Einsatz, was natürlich auch reine Kostengründe hat. Sichtbare Goldzähne gelten allerdings auch ästhetisch eher als überholt, obgleich sie in einer bestimmten Subkultur (etwa bei Rappern) schon wieder als Statussymbol genutzt werden. Jede Zahnkrone dient der Rekonstruktion von sichtbaren Zahnbestandteilen, besonders beschädigte Vorderzähne lassen sich so wieder herrichten. Auch Backenzähne, bei denen Füllungen nicht mehr möglich sind, können durch eine Zahnkrone wieder ihre Funktionsfähigkeit erhalten.
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